Rahmenthema 2018

Der Mensch als fühlendes Wesen

Freitag, 9. Februar 2018: Der Mensch als fühlendes Wesen: Beispiel Angst
Dr. Arnold K.D. Lorenzen, Gefap e.V.

Freitag, 13. April 2018: Emotionen in der philosophischen Diskussion
Fromm, Schumann, Lorenzen, Gefap e.V.

Freitag, 19. Oktober 2018: Zur Rolle von Emotionen in der Politik
Dr. Arnold K.D. Lorenzen, Gefap e.V.

Freitag, 23. November 2018: Philosophische Lebenshaltungen
Dr. Susanne Fromm, Gefap e.V.

Veranstaltungshinweise ACHTUNG! Neuer Ort:

Ort:  Hamburg-Winterhude, Dorotheenstr. 174, U-Bahn nah, Bus vor der Tür
Bistro Café CHARADE     EINTRITT FREI, Anmeldung nicht erforderlich
Zeit:  jeweils 20.00 bis ca. 22.30 Uhr
Philosophische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Leitung/Info:  Dr. Arnold K.D. Lorenzen

Zum Rahmenthema:   Der Mensch als fühlendes Wesen

Ungeheuer ist viel - aber ungeheurer als der Mensch ist nichts. (Sophokles, Antigone)

Was darf man erwarten, was muss man befürchten, wenn aus philosophischer Sicht über Emotionen nachgedacht wird und diese zu bewerten wären? Wenn Philosophen als Spezialisten für das Rationale zu Wort kommen, wenn sich angemaßt wird, aus dieser Perspektive über Gefühle, Leidenschaften, subtile Empfindungen, Basisemotionen wie Furcht, Zorn, Neid, Ekel, Liebe, Hass, Freude, Traurigkeit Klärungsversuche zu unternehmen?
In der Geschichte der Philosophie ist ja vordringlich das bloß Beobachtbare, das unmittelbar Erfahrbare, das Leibliche, sind die Emotionen als das zu Überwindende angesehen worden. So z.B. Hegel: "Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehen zu bleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können." Nach Kant könne man lediglich dann „den sicheren Gang der Wissenschaft gehen“, wenn man das sinnlich Erfahrbare nur als Quelle, nicht als Maßstab für wahre Erkenntnis behandle.
Zwar beginnt schon der erste überlieferte abendländische Text, die Ilias, mit einem emotionalen Begriff (Zorn), für Goethes Gretchen ist „Gefühl alles; Name ist Schall und Rauch“, Pascal meint, dass das Herz seine Gründe habe, welche die Vernunft nicht kenne. Für die Mehrzahl der Philosophen war das sinnlich Erfahrbare jedoch nur das Flüchtige, Unstete, Subjektive, Irrationale, also dasjenige, mit dem man sich nicht zu beschäftigen habe. Hingegen solle man sich allein dem Klaren, Logischen, Objektiven, der ordnenden und lenkenden Vernunft als Untersuchungsgegenstand zuwenden. Auch leibliche Empfindungen wurden somit unter das Kommando des Geistes zu stellen versucht.
Wenn wir uns nun dieses Jahr dem Menschen als fühlendem Wesen nähern wollen, betreiben wir damit eine Abwertung des Geistes? Verengen wir damit Gefühle auf das private Empfinden des je einzelnen Subjekts ("Ich habe das Gefühl, dass…")?
Welchen Wahrheitsanspruch können Gefühle stellen? Gilt sogar: Wer stark fühlt, der hat Recht?
In der gegenwärtigen Debatte der Hirnforschung und von Seiten der sog. Verhaltensökonomie gilt als These, dass der klare Verstand als zentrales Merkmal des menschlichen Handelns eine Fiktion sei. Jedoch, auch die antike Tradition kannte ernstzunehmende „Weltgefühle oder Grundbefindlichkeiten wie Angst, Eros, Staunen, in denen die Ordnung der Welt und unser eigenes Dasein ins Wanken geraten“ (Waldenfels).
Wir sind unseren Emotionen ausgesetzt: sie machen etwas mit uns, sie widerfahren uns, aber wir entscheiden auch häufig ´aus dem Bauch´ heraus. Kurzum: sie sind unsere ständigen unbeständigen Lebensbegleiter.

HINWEIS:
Wochenendseminare als Kooperationsveranstaltung mit der Heinemann Bildungsstätte, Malente,
27.4. – 29.4. 2018

"Philosophieren am Kellersee"

Termin: Anmeldung über die Heinemann-Bildungsstätte
Seminarleitung: Dr. Arnold K.D. Lorenzen, GEFAP e.V.
Philosophische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Vorschau 2019:
20 Jahre GEFAP e.V.